Arnulf RAINER
Pintorarium 1967 - Lithographie


Galerie Richard P. Hartmann, München
Plakat zu der Ausstellung Pintorarium gemeinsam mit Ernst Fuchs und Hundertwasser, 1967, schwarz/weiße Lithographie auf glattem, leicht wolkigem Papier.
Das Plakat wird häufig unberechtigt nachgedruckt und angeboten. Die gedruckte Signatur des Künstlers rechts unten verweist auf den originalen Entwurf von Arnulf Rainer.


Im Druck signiert, datiert 1967.
Format der Darstellung:
abfallend, auf Papier 87x62cm.
Alters- und Lagerungsspuren im Blattrand, tlw kleine Einrisse, siehe auch Abbildung.


Lit.:
Breicha, Otto, Arnulf Rainer - Überdeckungen, mit einem Werkverzeichnis sämtlicher Radierungen, Lithographien und Siebdrucke 1950-1971, Wien 1972, L 61

gtk.at
Künstler
Arnulf RAINER, Auf Wunsch der Eltern besucht Arnulf Rainer 1947-49 die Staatsgewerbeschule in Villach mit der Fachrichtung Hochbau. Sowohl die Wiener Hochschule für Angewandte Kunst als auch die Wiener Akademie der Bildenden Künste verlässt er 1949 nach künstlerischen Kontroversen innerhalb weniger Tage. Fortan bildet er sich autodidaktisch weiter. Unter dem Eindruck der gestischen Malerei von Jackson Pollock, Jean Paul Riopelle und Wols, die er 1951 in Paris kennen lernt, wendet sich Rainer vom fantastischen Surrealismus ab und geht zu abstrakten Mikrostrukturen über. Um 1953 entstehen die ersten "Übermalungen", die sein gesamtes Werk begleiten werden. Religiöse Themen, meist Kruzifikationen, finden in den Jahren 1956/57 nachhaltigen Eingang in sein Werk. Nach intensiven Drogenerlebnissen und Studien in psychiatrischen Kliniken beginnt er in den 1960er Jahren Fotos der eigenen Physiognomie und des eigenen Körpers sowie Abbildungen alter Meister und zeitgenössischer Künstler zu übermalen. Die Untersuchungen der Körpersprache und die Frage nach der eigenen Identität manifestieren sich in den Serien der "Face Farces" und "Body Poses", wobei sich Berührungspunkte mit dem Wiener Aktionismus ergeben. Rainer setzt sich dabei immer wieder über gesellschaftliche Tabus hinweg, nicht nur im Bereich der Erotik, sondern auch ab 1977 in der Folge der Totenmasken und Totenzeichnungen. 1978 und 1980 vertritt Rainer Österreich auf der Biennale in Venedig. Nach einer kurzen Phase von Hand- und Fingermalereien kehrt er in den 1980er Jahren zu religiösen Bildthemen zurück. Ab 1981 ist er Mitglied der Akademie der Künste Berlin und Leiter einer Meisterklasse für Malerei an der Akademie der Bildenden Künste in Wien. Im selben Jahr erhält Rainer den Max-Beckmann-Preis der Stadt Frankfurt. Eine große Werkschau findet 1984 im Centre Georges Pompidou in Paris statt. Weitere Ausstellungen u.a. in den USA und Canada, die von Museumsverkäufen begleitet werden und schließlich 1989 in einer großen Retrospektive im Guggenheim Museum New York münden, dokumentieren seine künstlerische Bedeutung. Einen Höhepunkt in der Würdigung seines Werkes stellt die Eröffnung des Arnulf Rainer Museums 1993 in New York da. Nachdem unbekannte Täter in seinem Atelier in der Akademie der Bildenden Künste eine Vielzahl seiner Bilder zerstören, eremitiert er 1995 auf eigenen Wunsch. 1996 entstehen, in Anknüpfung an Übermalungen von botanischen und zoologischen Abbildungen aus Büchern des 18. und 19. Jahrhunderts, die der Künstler 1985 zu sammeln beginnt, die Serien "Blattmalerei" und "Mikrokosmos". Arnulf Rainer zählt heute zu den wichtigsten und immer noch umstrittendsten Künstlern Österreichs.

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